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Der Niva, der den Mount Everest eroberte: Neues Exponat im UGMK-Automuseum

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Der Niva, der den Mount Everest eroberte: Neues Exponat im UGMK-Automuseum

Ein ungewöhnliches neues Exponat ist im Oldtimer-Museum von UGMK dazugekommen: eine Installation mit Lada Niva, der einen Bergsporn am Mount Everest hinunterfährt. Und das ist nicht nur der Fantasie des Designers entsprungen: 1998 hat das Auto tatsächlich einen Welthöherekord aufgestellt, als es das Basislager zum Mount Everest auf 5200 Metern erreichte. 

Das VAZ-Autowerk hat vor über 40 Jahren begonnen, den Niva herzustellen. Die Produktion startete am 5. April 1977. Zum ersten Mal hat das Publikum dieses Auto im Sommer 1975 auf dem Moskauer Ausstellungsgelände WDNCh im Rahmen der Themenmesse „Technologien der Automobilindustrie“ präsentiert bekommen. Eine Vorserie aus 50 Exemplaren wurde bereits im Februar 1976 zum 25. Parteitag der KPdSU hergestellt.

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„Die Entwicklung eines komfortablen Geländewagens hat damals der Vorsitzende des Ministerrates der UdSSR, Alexej Kossygin, initiiert, der im Sommer 1970 das VAZ-Autowerk in Togliatti besuchte. Genau zu dieser Zeit ging die Entwicklung der ersten Generation von VAZ-Wagen zu Ende und das Werk wurde vor eine neue Aufgabe gestellt.“ Andrej Simin, Mitarbeiter des Oldtimer-Museums kennt die Geschichte der Wagen genau. „Das Exterieur des Niva hat der junge VAZ-Designer Walerij Sjomuschkin entwickelt, den Namen Niva (deutsch: Ackerfeld) hat das Auto auch ihm zu verdanken. Er weist auf die Hauptanwendung des Niva hin: das Fahren durch ländliche Gebiete der Sowjetunion, Kolchosen und schwer zu erreichendes Terrain.“ 

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Was den Komfort betrifft, so entschieden die Projektentwickler, dass der Geländewagen dem berühmten „Schiguli“ in nichts nachstehen dürfe. So gelang es den sowjetischen Konstrukteuren unter Leitung von Petr Prussow als weltweit Ersten, in so einem kompakten Wagen die Gängigkeit eines Geländewagens mit dem Komfort eines Pkw zu vereinigen. Der Niva wurde damals geradezu zu „Modepapst“ und Vorreiter einer neuen Fahrzeugklasse. 

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Unter der Haube steckt hier aber nicht nur der in der ganzen VAZ-Linie kraftvollste 1,6-Liter-Motor, sondern auch ein Ersatzreifen. Diese Idee haben die sowjetischen Konstrukteure vom italienischen FIAT-127 übernommen. Den Reifen von außen unterbringen wollte man aus ästhetischen Gründen nicht. Die Konstruktion des Autos erlaubte es ihrerseits nicht, ihn im Inneren zu transportieren. 

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Darüber hinaus bekam der Niva ein vierstufiges Schaltgetriebe. Statt Trommelbremsen, die man damals für zuverlässiger und schmutzresistenter hielt, haben die Konstrukteure hier jedoch Scheibenbremsen benutzt und damit zu einer weniger traditionellen Lösung gegriffen. 

Viele dieser Wagen (bis zu 50%) wurden in den 80er Jahren exportiert. Die Nachfrage nach Niva stieg mit der Bekanntheit seiner „sportlichen“ Leistungen. Zu dieser Zeit belegte der Wagen mehrmals den zweiten Platz bei den Marathons „Paris-Dakar“ in der Klasse der Geländewagen mit ausländischen Sportlern am Steuer. Heute kann sich jeder Besucher des Automuseums als Top-Fahrer fühlen: Im vierten Stock des Ausstellungszentrums in Werchnjaja Pyschma gibt es dafür eine thematisch passende Fotozone.